Kurzbericht des 5. Workshops:

zum Thema: »Einführung des Quali­täts­ma­nagements bei den Polizeien des Bundes und der Länder«, am 9. und 10. Mai 2005 in der Tagungs­stätte Stenden


Zielsetzung: 

Der mehrteiligen Worksho­preihe lag das gemeinsame Thema der Elemente der Neuen Steue­rungs­modelle zugrunde. Die Zielsetzung bestand darin, im Rahmen des Trans­fer­pro­jektes Neue Steue­rungs­modelle Gestal­tungs­emp­feh­lungen zu erarbeiten, welche von der heterogenen Aufga­ben­struktur der Polizei ausgehen. Das metho­dische Vorgehen hierbei: Im ersten Teil der jeweiligen Veran­staltung wurden die aus dem NSM I-​Projekt resul­tie­renden Probleme vorge­stellt und mittels einer Fehler­baumanalyse syste­matisch nach den Ursachen untersucht. Im zweiten Teil sollten Problem­lö­sungen eruiert werden. Hierbei wurde bei Auftreten mehrerer Lösungs­stra­tegien mittels Punkt­be­wer­tungs­ver­fahren die geeignete Lösung bestimmt. Die Workshops dienen zum einen dazu, die bereits für NRW entwi­ckelten Empfeh­lungen zu verall­ge­meinern, so dass eine Übertragung auf andere Polizei­or­ga­ni­sa­tionen möglich wird. Sie dienen zum anderen aber auch der Sensi­bi­li­sierung der Experten hinsichtlich der Beson­der­heiten der Polizei als Eingriffs­ver­waltung, die oftmals, wie die NRW-​Ergebnisse bestätigen, nicht berück­sichtigt werden, und in der Folge zu Akzeptanz- und Umset­zungs­pro­blemen führen.

Projekt­förderer:

Hans Böckler Stiftung

Durch­führung:

Forum: Staats- und Demokra­tie­reform am RISP Duisburg /​Trans­fer­projekt Neue Steue­rungs­modelle (Rhein-​Ruhr-​Institut Duisburg)

Veran­stal­tungsort:

Tagungs­stätte Stenden

Zeit:

9. und 10. Mai 2005

Moderation:

  • Dipl.-Soz.-Wiss. Jean-​Claude Schenck (Rhein-​Ruhr-​Institut Duisburg
  • Prof. Dr. Hans-​Jürgen Lange (Universität Marburg /​Rhein-​Ruhr-​Institut Duisburg)

Organi­sation:

  • Matthias Gasch, Katrin Prinzen, Dipl.-Soz.-Wiss. Aline Wybranietz

Inhalt:

Thema des fünften Workshops war die Einführung von Quali­täts­ma­nagement (QM) bei den Polizeien des Bundes und der Länder. Im Vorfeld wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt.

Zunächst stellte sich die Frage, ob QM als ein Bestandteil von NSM zu betrachten sei, oder aber ein eigen­ständiges Reform­modell ist. Hier gehen in den Polizeien die Meinungen auseinander. Dies gilt ebenso für die Frage, ob das jeweilige QM-​System sich eher an dem Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM) oder an den Modellen nach DIN ISO 9000ff /​2000ff orien­tieren soll. Eine klare Antwort kann es auf beide Fragen nicht geben. Beides hängt stark mit der jeweiligen Organi­sa­ti­ons­struktur der Behörde, sowie mit den anderen prakti­zierten Reformen zusammen. Andere QM-​Modelle, wie etwa Kaizen, spielen hingegen derzeit in den deutschen Polizeien keine Rolle. Zentrale Frage und zentrales Problem bei allen QM-​Systemen ist aber, gerade im Bereich der Polizei, die Frage, was denn eigentlich Qualität bei der Polizei­arbeit bedeutet. Die Entwicklung von Leitbildern und vor allem Quali­täts­leit­sätzen kann bei der Definition hilfreich sein, löst das Problem aber nur teilweise, vor allem wenn unter­schiedliche Verwal­tungs­ein­heiten zu unter­schied­lichen Ergeb­nissen kommen. In diesem Fall stellt sich dann die Frage nach der Notwen­digkeit für ein einheit­liches Handeln der Polizei. Gerade im Bereich der Polizei ist die Einheit­lichkeit des Verwal­tungs­handelns in weiten Teilen notwendige Voraus­setzung für demokratisch legiti­mierte Eingriffe in die Rechte der Bürger. Gravierende Unter­schiede, bedingt durch unter­schiedliche Vorstel­lungen von der Qualität polizei­licher Arbeit, sind hier nicht hinnehmbar.

Programm­ablauf:

Montag, 9. Mai 2005
Begrüßung, Vorstellung des Workshop-​Programms 
Block I
  • Quali­täts­ma­nagement in den Polizeien der Länder und des Bundes

Block II

  • Standar­di­sierte QM-​Modelle
Dienstag 10. Mai 2005

Block III

  • Produkt- oder Prozess­ori­en­tiertes QM?
Block IV
  • QM als Bestandteil oder als Alter­native zum NSM?
Verab­schiedung, Resümee